Vom einfachen Faustkampf zum richtigen Sport

Die Ursprünge des Boxens sind nicht vollständig erforscht. Bereits 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung fanden im alten Ägypten sicher überlieferte Faustkämpfe zur Unterhaltung der Bevölkerung statt. Allmählich veränderte sich der Faustkampf zu einer Kampfsportart, die schon in den Olympischen Spielen der Frühzeit etabliert war. Der Boxsport war geboren.
Eine Renaissance des Boxsportes fand im 18. Jahrhundert in England statt. Ein Regelwerk für den Boxsport wird entwickelt und der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Die Geburtsstunde des modernen Boxsports hat geschlagen. Aus der martialischen Schlägerei wird eine Sportart, die 1904 wieder ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen wird. 1906 gründet sich dann in Köln der erste deutsche Amateurboxclub und 1920 finden die ersten Deutschen Meisterschaften statt.

Boxsport

So grob wie gerade im Schwergewicht und darüber hinaus das Boxen aussehen mag, es ist ein doch sehr graziler Sport, der Feingefühl, Treffsicherheit, Kondition und Kraft erfordert. Wer nur einfach mal draufhauen will ist im ernsthaften Boxsport nicht richtig aufgehoben. Kämpfte man in den Frühzeiten des Boxens noch mit bloßen Fäusten, so ist heute der Boxhandschuh das Gerät schlechthin. Unterschieden wird bei den Handschuhen nach unterschiedlichen Größen/Gewichten, die in Unzen angegeben werden.
Beim Boxsport in der üblichen Form gibt es keine Stilausrichtungen. Allerdings haben sich im Showboxen verschiedene Stile herausgebildet. Dazu gehört beispielsweise das Freestyle-Boxen, welches allerdings nur eine Regel kennt: Wer übrig bleibt, hat gewonnen. Natürlich hat das nichts mehr mit Sport zu tun.
Die wirklichen Unterschiede zeigen sich in der Technik. Vom grobschlächtigen Draufhauer mit mangelnder Deckungs- und Beinarbeit bis hin zum feingliedrigen Techniker ist alles vertreten.

Wer dem Boxsport ernsthaft nachgehen will, muss hart trainieren. Mehrmals wöchentlich bis täglich steht ein hartes Trainingspensum auf dem Plan. Ein Höchstmaß an Kondition, hohe Beweglichkeit des gesamten Körpers, Schlagkraft und -präzision müssen ständig wieder geübt werden. Am Anfang eines jeden Boxtrainings steht die richtige Stellung, Schritttechnik und Fausthaltung. Seilspringen gehört zu den Standards für die Entwicklung guter Beinarbeit und der Kondition. Dazu kommen Technikarbeit am Gerät und die beliebten Sparrings. Das sind Übungskämpfe, die relativ wettkampfnah ausgeführt werden. Hier lernt man nicht nur Schläge austeilen, sondern auch einstecken. Denn nur wer auch Einiges wegstecken kann, ist in der Lage einen Kampf zu gewinnen.

Da das Boxen ein körperbetonter Sport ist, wird auch viel davon gezeigt. Die Bekleidung besteht im Kampf nur aus Shorts, Boxerstiefeln und natürlich den Handschuhen.
Im Amateurbereich wird meist mit Tiefschutz und Kopfschutz gekämpft, im Profibereich wird auf den Kopfschutz verzichtet. So kommen die meist gut trainierten Körper zur vollen Wirkung, was nicht zuletzt auch ein psychologischer Aspekt in diesem Sport ist.


Einzige Waffe des Boxers sind seine Fäuste. Die stecken in unterschiedlich schweren Boxhandschuhen. Damit und mit seiner eigenen Reaktionsfähigkeit und körperlichen Konstitution muss der Boxer klarkommen. Im Training werden zur Technikausbildung Sandsäcke und so genannte Tatzen(oder auch Pratzen) verwendet, die zur Ausbildung der Schlagtechnik und Schlagstärke eingesetzt werden. Als Schutz kommt im Profibereich nur der Tiefschutz zum Einsatz, im Amateurbereich werden auch Kopfschützer eingesetzt.
Beim Boxen sind die eigenen Fäuste Angriffs- und Verteidigungswaffe zugleich.